Klimaschutz

Die deutsche Baustoffindustrie bekennt sich nachdrücklich zum Klimaschutz. Dafür stehen sowohl ressourceneffiziente Produktionsabläufe als auch ein breites Spektrum klimaschonender Produkte. Ihre eigene Bilanz kann sich sehen lassen: Allein die brennstoffbedingten CO2-Emissionen der energieintensiven BBS-Branchen (Zement, Kalk, Ziegel, Feuerfest, Fliesen) konnten zwischen 1990 und 2009 um rund 49 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig tragen innovative Erzeugnisse der Baustoffindustrie durch eine Verringerung des Energieverbrauchs im Gebäudebereich maßgeblich zum Klimaschutz bei.

In der EU gilt der Emissionshandel, in den neben der Energiewirtschaft weite Teile der Industrie einbezogen sind, als zentrales Steuerungsinstrument des Klimaschutzes. Hier ist ab 2013 eine schrittweise Ersteigerung von Emissionsrechten für die Industrie vorgesehen. Allerdings sollen Branchen, die von Produktions- und damit Emissionsverlagerungen in das außereuropäische Ausland (carbon leakage) bedroht sind, eine Zuteilung der Zertifikate auf der Basis anspruchsvoller Benchmarks erhalten. Für Emissionen, die über diesen Benchmarks liegen, werden die Betreiber der betreffenden Industrieanlagen Zertifikate zukaufen müssen.

Neben den direkten Kosten droht die indirekte Kostenbelastung durch den Strompreiseffekt des Emissionshandels weiter zu steigen. Gemeinsam mit seinen Mitgliedern und den Bündnispartnern aus den anderen Grundstoffindustrien setzt sich der BBS konsequent für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Produktionsstandorte ein. Nur international verbindliche Klimaschutzziele führen zu einem fairen „level playing field" und verhindern drastische Wettbewerbsverzerrungen, die auch für den Klimaschutz und die inländische Beschäftigung kontraproduktiv wären.

Über ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland fällt im Immobiliensektor an. Ein Großteil der hier verbrauchten Energie kann durch die Dämmung der Gebäudehülle und andere Effizienzmaßnahmen eingespart werden. Ein heute gebautes, optimal gedämmtes Niedrigenergiehaus (ca. 100 qm) verbraucht pro Jahr zwischen 500 und 700 Liter Heizöl. Vor 50 Jahren lag der Wert etwa sieben, vor 25 Jahren immerhin noch drei Mal so hoch.

Für die umfassende Ausschöpfung der Energieeinsparpotentiale muss die Sanierungsquote, die laut Deutscher Energieagentur (Dena) derzeit bei rund 1 Prozent liegt, deutlich erhöht werden. Hierbei kommt es, so auch das Energiekonzept der Bundesregierung, vor allem auf wirksame Anreize an. Die Anhebung des Fördervolumens für das KfW-Gebäudesanierungsprogramm auf 1,5 Mrd. Euro ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Gleichwohl liegt die Förderung noch deutlich unterhalb des Niveaus von 2009; für eine Realisierung der Sanierungsziele der Bundesregierung wäre eine Anhebung auf mindestens 2 Mrd. Euro erforderlich. Darüber hinaus ist es dringend erforderlich, dass es endlich zu einer Einigung zum Gesetz über die steuerliche Förderung energetischer Sanierungen kommt.

Darüber hinaus sollten sich die einschlägigen KfW-Programme stärker an den Bedürfnissen der Nutzer orientieren und Wahlfreiheit bzw. Technologieoffenheit zwischen allen Formen der Sanierung einschließlich des Ersatzneubaus ermöglichen. Weitere ordnungsrechtliche Verschärfungen, etwa durch eine erneute, kurzfristige Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV), sind hingegen kritisch zu sehen. Die Ausweitung derartiger Vorgaben darf nicht dazu führen, dass die Investitionsbereitschaft im Immobiliensektor nachlässt und so die Energieeinsparpotentiale brach liegen.

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